Unsere Pfarrgemeinde um die Jahrtausendwende 1980-2015
Ein herausragendes Ereignis für die ganze Gemeinde war 1981 das 100jährige Jubiläum des Kirchenchores, das mit einem Konzert im Mai und der Krönungsmesse von Mozart im September, unter der Leitung von Regine Glöckner, einen bleibenden Eindruck hinterließ. Am 22. Oktober 1985 ging ein lange gehegter Wunsch der Pfarrgemeinde in Erfüllung: Die neue Pfeifenorgel in der Dreifaltigkeitskirche konnte durch Dekan Enz geweiht werden. Mit 31 Registern auf 2 Manualen und einem formschönen Prospekt gefällt sie Auge und Ohr, und lässt durch ihre Klangfülle die Herzen höher schlagen. Im selben Jahr schloss sich unsere Kirchengemeinde der Sozialstation Leimen an.
Die Abberufung unserer Ordensschwestern von Hegne war nur noch eine Frage der Zeit. Zum Bedauern der ganzen Gemeinde mussten die Schwestern dann im Juni 1988 in einer kleinen Feier verabschiedet werden. Über acht Jahrzehnte haben sie in unseren Kindergärten, Krippe und Krankenpflege überaus segensreich gewirkt. Im Jahre 1990 feierte Michael Imhof, ein Sohn unserer Gemeinde, der in Baltimore (USA) als Franziskaner zum Priester geweiht wurde, in Sandhausen seine Primiz.
Schon lange war es ein Wunsch von Pfarrer Linemann, dass sich in unserer Gemeinde ein geeigneter Bewerber für den Dienst eines nebenamtlichen Diakons fände. Erfreulicherweise fühlte sich Herr Peter Härich dazu berufen und ließ sich seit 1991 dazu ausbilden. Am Christkönigfest 1999 wurde Herr Härich in Freiburg durch Erzbischof Oskar Saier zum ständigen Diakon im Zivilberuf geweiht. (Pfarrer Linemann war zu diesem Zeitpunkt leider nicht mehr in Sandhausen)
Im August 1994 kam Herr Benno Nestel als Gemeindereferent in unsere Gemeinde. In den 18 Jahren seiner Tätigkeit hatte sich "Benno" viele Freunde - auch über unsere Pfarrgemeinde hinaus - gemacht, was bei seiner Verabschiedung im September 2012 zum Ausdruck kam. Nach 26 Jahren wurde Pfarrer Linemann 1997 im Rahmen einer eindrucksvollen Feier in der Festhalle verabschiedet, er ging nach Mannheim-Pfingstberg, hier war er als pensionierter Pfarrer noch lange tätig.
Mit Klaus Ries kam 1997 ein Pfarrer nach Sandhausen, der durch seine einfühlsame Art sofort bei den gesamten Einwohnern beliebt war. Das Wohl der Kinder lag ihm sehr am Herzen, viele Jugendliche erinnern sich heute noch an seine regelmäßigen Besuche in den Kindergärten. Bei seinen fast täglichen Rundgängen durch Sandhausen hatte er immer Zeit für ein kurzes Gespräch und hatte immer ein offenes Ohr für seine Mitmenschen. Sehr beliebt waren auch seine Kanongesänge in den Gottesdiensten und seine Predigt in Reimen am Faschingssonntag.
Anfang des neuen Jahrtausends war die Arbeit des Pfarrgemeinderates und des Pfarrers hauptsächlich durch die Errichtung der neuen Seelsorgeeinheit geprägt. Die neuen pastoralen Leitlinien für die Pfarrgemeinde wurden erstellt. 2004 drohte die Versetzung von Pfarrer Ries in eine andere Seelsorgeeinheit. Nur durch eine Unterschriftensammlung, die auch von der gesamten Gemeinde unterstützt wurde, konnte dies verhindert werden, und er durfte weiter Pfarrer von St. Bartholomäus bleiben. Im Pfarrblatt vom 24. Juli 2004 bedankte sich Pfr. Ries unter anderem mit folgenden Worten: "Es war - so hat sich herausgestellt - die großartige Solidarität innerhalb und außerhalb der Pfarrgemeinde, die eine kaum noch erhoffte Wende gebracht hat ...". Am 30. April 2008 feierte Pfr. Ries seinen letzten Gottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche. In einer kleinen Feier auf dem Kirchplatz konnte sich die Pfarrgemeinde verabschieden und ihm für seinen (Un)Ruhestand an der Bergstraße alles Gute wünschen. Bürgermeister Kletti dankte ihm für die gute Zusammenarbeit im Namen der gesamten Einwohnerschaft.
Pfarrer Vincent Padinjarakadan leitete bis zu seinem Weggang 2011 die Seelsorgeeinheit Sandhausen-St. Ilgen, die bereits am 1. Januar 2008 eingerichtet wurde. Im November 2011 wurde die große Seelsorgeeinheit Leimen-Nußloch-Sandhausen durch Dekan Jürgen Grabetz eingerichtet, die von Pfarrer Arul Lourdu geleitet wird. Zum ersten Advent 2011 kam Pfarrer Thomas Denoke als Kooperator für die Seelsorgeeinheit ins Pfarrhaus Sandhausen. Leider verließ uns Pfr. Denoke zum September 2015 auf eigenen Wunsch.
Die alte St. Bartholomäuskirche wurde von 2008-2009 innen renoviert. In seiner Predigt beim Wiedereröffnungsgottesdienst am 14. Juni 2009 sprach Diakon Peter Härich die Bedeutung an, die die St. Bartholomäuskirche auch heute noch für uns hat. Auch wenn sie nicht mehr die Hauptkirche ist, so hat sie der Pfarrgemeinde den Namen gegeben, und ist auch bei Brautleuten als "Hochzeitskirche" sehr beliebt. Im Jahr 2015 wurden das Dach und die Aussenfassade renoviert, so dass unsere "Alte Kirche" in ihrem 250ten Jahr (2016) im neuen Glanz erstrahlen kann.

